Forschungsbereich Konjunktur
Die zentrale Aufgabe des Forschungsbereichs Konjunktur (FBK) ist die empirische und theoretische Analyse der Schweizer Konjunktur. Die regelmässigen KOF-Umfragen, deren Auswertung sowie die Pflege des Datenbestandes sind dafür grundlegend. Hinzu kommen verschiedene Partialmodelle für einzelne Komponenten von Nachfrage und Angebot, vor- und mitlaufende Sammelindikatoren sowie makroökonomische Modelle der Schweizer Wirtschaft für mittel- und längerfristige Konjunktur- und Wachstumsprognosen.
Ein wesentlicher Teil der Arbeit des FBK besteht darin, der Fachöffentlichkeit, den Umfrageteilnehmern, den Entscheidungsträgern in Wirtschaft und Verwaltung sowie dem interessierten Publikum regelmässig Informationen über den aktuellen und erwarteten Konjunkturverlauf zur Verfügung zu stellen. Dabei stellen sich auch Fragen, die mit wissenschaftlichen Methoden zu bearbeiten sind. Dazu gehören die Aggregation und Pflege von Stichproben, die Quantifizierung qualitativer Indikatoren, die Filterung von Zeitreihen sowie die theoretische und empirische Modellierung von Konjunktur und Wachstum.
Der Forschungsbereich Konjunktur (FBK) umfasst 3 Sektionen:
Sektion Internationale Konjunktur
Die Sektion Internationale Konjunktur untersucht Fragen und Probleme, die mit der internationalen Wirtschaft zusammenhängen. Fundierte wirtschaftspolitische Analysen sind nämlich oft nur sinnvoll, wenn der Blick über die Grenzen hinausgeht. Dies gilt besonders für die Schweiz als eine kleine offene Volkswirtschaft im Herzen Europas. Da sie eng mit anderen Ländern und Regionen verzahnt ist, prägen dortige Ereignisse auch stark die heimischen Entwicklungen.
Diese Wechselwirkungen verlaufen in zwei Richtungen. Zum einen haben sich viele multinationale Unternehmen in der Schweiz niedergelassen. Aber auch etliche Schweizer Firmen sind mittlerweile zu global operierenden Playern aufgestiegen. Die Geschäfte beider Unternehmenstypen unterscheiden sich zum Teil erheblich von denjenigen, die ausschliesslich auf dem Inlandsmarkt tätig sind. Bei einer Exportquote von etwa 50% hilft die Beobachtung internationaler Geschehnisse, wenn es die Schweizer Konjunktur einzuschätzen und ihre Entwicklung zu prognostizieren gilt.
Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt der Sektion Internationale Konjunktur liegt auf der zunehmenden internationalen Verflechtung von Volkswirtschaften. Die Auswirkungen dieses «Globalisierung» genannten Prozesses untersuchen die Forscher aus einer gezielt schweizerischen Perspektive.
Sektion Konjunkturmodelle
Die Sektion Konjunkturmodelle berechnet vierteljährlich die makroökonomischen Prognosen der KOF. Zu diesem Zweck wird ein makroökonometrisches Strukturmodell eingesetzt, das periodisch aufdatiert und überprüft wird. Daneben finden für weitere empirische Fragestellungen im makroökonomischen Bereich Modellierungsarbeiten statt. Ein weiterer Schwerpunkt der Sektion besteht in der genauen Analyse der in den empirischen Arbeiten eingesetzten Daten, sowohl bezüglich der konkreten Definition und Berechnung der öffentlich vorhandenen Daten als auch im Hinblick auf deren statistische Eigenschaften.
Sektion Konjunkturpolitik
Die Sektion Konjunkturpolitik verfolgt, analysiert und kommentiert konjunkturpolitische Fragen unter besonderer Berücksichtigung Schweizer Anliegen. Schwerpunkte sind die Geldpolitik der Schweizer Nationalbank und die Fiskalpolitik der Staatshaushalte. Forschungsschwerpunkte im Bereich Geldpolitik sind Inflationserwartungen sowie die Zentralbankkommunikation. Bei der Fiskalpolitik geht es um die Beurteilung der Möglichkeiten und Erfordernisse staatlicher Konjunkturmassnahmen. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Arbeitsmarkt, wobei es in erster Linie um eine kritische Analyse der Arbeitsmarktentwicklung (Beschäftigung und Arbeitslosigkeit) geht. Hinzu kommen vertiefte Analysen spezieller Aspekte der Arbeitsmarkt- und Lohnentwicklung. Im Rahmen der vierteljährlichen Konjunkturprognosen der KOF erstellt die Sektion Prognosen zur Inflation, zur Entwicklung der Staatsfinanzen der Schweiz sowie der wichtigsten Arbeitsmarktvariablen.